Wie wählt man thermisch modifiziertes Holz für Außenverkleidungen aus?
Grundlagen des thermisch modifizierten Holzes: Wissenschaft, Vorteile und zentrale Vorzüge für die Verkleidung
Der thermische Modifizierungsprozess: Wie kontrollierte Hitze die Holzchemie ohne Chemikalien verändert
Wenn Holz in speziellen Kammern mit begrenztem Sauerstoffgehalt einer kontrollierten thermischen Behandlung zwischen etwa 350 und 430 Grad Fahrenheit (ca. 180 bis 220 Grad Celsius) unterzogen wird, geschieht auf zellulärer Ebene etwas Bemerkenswertes. Dabei wird Hemicellulose abgebaut, die im Grunde die Nahrungsquelle für Pilze und andere Fäulniserreger darstellt. Gleichzeitig werden die feuchtigkeitsanziehenden Hydroxylgruppen um die Hälfte bis zu drei Viertel reduziert. Weniger Angriffspunkte für Wasser führen dazu, dass der Feuchtigkeitsgehalt des Holzes stabil unter 10 Prozent bleibt, wodurch es nicht mehr so stark auf Luftfeuchtigkeitsschwankungen reagiert. Gleichzeitig beginnt der Ligninanteil zu karamellisieren, wodurch das Holz jene schönen bernstein- oder schokoladenfarbenen Töne erhält, die wir oft sehen. Dadurch entsteht ein natürlicher Schutz vor Verrottung, ohne dass künstliche Chemikalien erforderlich sind. Der besondere Wert dieses Verfahrens liegt darin, dass gewöhnlichen Hölzern aus gemäßigten Regionen damit eine Haltbarkeit verliehen wird, die der teurer tropischer Harthölzer ähnelt – und das ausschließlich mit nachhaltig beschafften Materialien.
Warum thermisch modifiziertes Holz hinsichtlich Haltbarkeit, Maßstabilität und Fäulnisresistenz für den Außenbereich überlegen ist
Beim Außenverkleiden übertrifft thermisch modifiziertes Holz herkömmliches, unbehandeltes Holz in mehrfacher Hinsicht. Der Feuchtigkeitsgehalt des Holzes bleibt bei etwa 4 bis 6 Prozent stabil, wodurch es radial weniger als 1 % quillt. Dadurch bleiben die Fugen auch bei schwankender Luftfeuchtigkeit über die Jahreszeiten hinweg gut erhalten. Ein weiterer großer Vorteil ist die Beständigkeit des modifizierten Zellulosegefüges gegenüber Pilzbefall. Prüfungen zeigen, dass dieses Holz der Dauerhaftigkeitsklasse 2 nach EN 350 entspricht, mit einer Nutzungsdauer von deutlich über 25 Jahren – das ist etwa doppelt so lang wie bei den meisten Nadelhölzern. Was dieses Material jedoch wirklich besonders macht, ist der Karbonisierungsprozess in den Zellwänden. Dieser schafft natürliche Barrieren gegen Feuchtigkeitsaufnahme und entfernt die Nahrungsquelle, die für das Überleben von Fäulniserregern erforderlich ist. Laboruntersuchungen an diesem Holz haben Verbesserungen hinsichtlich Witterungsbeständigkeit im Bereich von 200 bis 400 % gegenüber herkömmlichen, im Trockenofen getrockneten Sorten ergeben. Diese Vorteile zeigen sich besonders unter rauen Bedingungen wie wiederholten Gefrier- und Auftauzyklen oder längeren Phasen hoher Luftfeuchtigkeit.
Auswahl der richtigen Spezies und Qualität thermisch modifizierten Holzes für die Verkleidung
Vergleich von Esche, Eiche, Hemlocktanne und Pappel: Dichte, Fäulnisbeständigkeit und Eignung für vertikale Verkleidungen
Die gewählte Holzart hat erheblichen Einfluss darauf, wie lange die Verkleidung hält, ob die Befestigungselemente sicher sitzen und wie sie unter unterschiedlichen Witterungsbedingungen abschneidet. Nehmen Sie zum Beispiel thermisch modifiziertes Eschenholz. Es weist eine hohe Dichte von etwa 700 kg pro Kubikmeter auf und widersteht Feuchtigkeit sehr gut, wodurch es ideal für Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit oder in Küstennähe ist. Eiche ist eine weitere solide Option, da sie von Natur aus widerstandsfähiger gegen Fäulnis ist als die meisten anderen Hölzer und ein beliebtes, markantes Maserungsbild besitzt. Allerdings neigt Eiche zu geringfügigen Bewegungen bei saisonalen Schwankungen, sodass Installateure bei der Montage besondere Vorsicht walten lassen müssen. Hemlock bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und zeichnet sich durch hohe Stabilität aus, weshalb es bei vielen Handwerkern beliebt ist. Pappel hingegen weist mit etwa 450 kg pro Kubikmeter eine geringere Dichte auf und eignet sich daher am besten für Bereiche, die vor extremen Witterungseinflüssen geschützt sind. Diese Unterschiede in der Dichte können tatsächlich beeinflussen, welcher Windlast das System standhalten kann, und wirken sich auch darauf aus, wie fest Schrauben bei vertikaler Montage im Material halten. Die Wahl des richtigen Holzes ist also nicht mehr nur eine Frage des Aussehens, sondern spielt auch eine strukturelle Rolle.
Entschlüsselung der Qualitätsklassen (z. B. Thermo D) und Profilverträglichkeit – Schiffsverkleidung im Vergleich zu Nut-und-Feder-Profilen hinsichtlich Witterungsbeständigkeit
Thermo D-Qualitätsholz durchläuft den intensivsten thermischen Modifizierungsprozess und erreicht die Dauerhaftigkeitsklasse 1 (EN 350) – ein entscheidender Maßstab für außen verwendete Verkleidungen. Die Profilauswahl bestimmt das Feuchtigkeitsmanagement und die langfristige Wetterdichtigkeit:
- Schiffslapazus : Stützt sich auf überlappende Kanten zur effizienten Ableitung von Wasser, erfordert jedoch 15–20 % Belüftungsabstände hinter der Verkleidung, um Feuchtigkeitsansammlung zu verhindern
- Nut-und-Feder : Bildet dichtere, ineinander greifende Fugen mit höherer Beständigkeit gegen windgetriebenen Regen – besonders vorteilhaft in Frost-Tau-Zonen, wo dichte Abschlüsse das Eindringen von Eis minimieren
Überprüfen Sie bei der Auswahl von Qualitäten stets unabhängige Zertifizierungen wie ISO 14001, um eine konsistente Prozesskontrolle und ökologische Verantwortung sicherzustellen.
Klimaspezifische Leistung: Thermisch modifiziertes Holz passend zum jeweiligen Umfeld auswählen
Feuchte, küstennahe und Frost-Tau-Bedingungen: wie sich die Feuchtigkeitsaufnahme und Quellverhalten von unbehandeltem Holz unterscheiden
Holz, das thermisch modifiziert wurde, hält als Verkleidungsmaterial viel besser extremen Witterungsbedingungen stand. Normales Holz in feuchten Bereichen neigt dazu, etwa 15 bis 20 Prozent Feuchtigkeit aufzunehmen, was zu Problemen wie Quellen, Verziehen und Abblättern der Farbe führt. Durch die thermische Behandlung wird das Holz weniger wasseranziehend, da bestimmte chemische Bestandteile beim Erhitzen abgebaut werden. Dadurch nimmt das Holz nur noch etwa 5 bis 8 Prozent Feuchtigkeit auf und dehnt sich beziehungsweise zieht sich ungefähr halb so stark zusammen wie normales Holz. Besonders anspruchsvoll sind Bedingungen in Küstennähe, wo salzhaltige Luft den Verrottungsprozess beschleunigt. Thermisch behandeltes Holz bewährt sich hier jedoch besser, da seine Zellstruktur es für Pilze schwieriger macht, sich festzusetzen. Selbst wenn es in solchen Umgebungen ständig nass bleibt, behält das Holz langfristig seine Festigkeit und Form, ohne auseinanderzufallen.
Das eigentliche Problem entsteht durch die wiederholten Gefrier-Tau-Zyklen. Wenn Wasser in normales Holz eindringt und gefriert, dehnt es sich um etwa neun Prozent aus, wodurch Risse im Inneren des Holzes entstehen. Die Funktionsweise von thermisch modifiziertem Holz ist jedoch ziemlich clever: Während der Verarbeitung werden die Zellen umstrukturiert, wodurch eine art wasserabweisender Schutz entsteht, der etwa vierzig Prozent weniger Wasser daran hindert, einzudringen. Praktisch bedeutet dies, dass das Holz bei wiederholten Ausdehnungen und Kontraktionen deutlich weniger stark reißt. Selbst nach über hundert Gefrier-Tau-Zyklen innerhalb eines Jahres bleibt die Oberfläche intakt. Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist, dass das Holz unabhängig von den herrschenden Wetterbedingungen stets sehr geringe Feuchtigkeitswerte beibehält. Dadurch zeigt es langfristig zuverlässige Leistung, während herkömmliche Hölzer oft viel früher als erwartet abbauen.
Ästhetik, Alterung und Pflege: Farb-, Struktur- und Langzeiterscheinung gezielt steuern
Natürliches Silbern, UV-Reaktion und Strategien, um den ursprünglichen Farbton beizubehalten oder die Patina gezielt zu beschleunigen
Wenn thermisch behandeltes Holz im Laufe der Zeit Sonnenlicht und Witterung ausgesetzt ist, neigt es dazu, jenen gleichmäßigen silbrig-grauen Look zu entwickeln, den wir alle kennen und schätzen. Dies geschieht aufgrund chemischer Veränderungen in der Zusammensetzung des Holzes, nachdem die Wärmebehandlung sowohl die Cellulose- als auch die Ligninbestandteile stabilisiert hat. Die gute Nachricht? Im Gegensatz zu unbehandeltem Holz schwächt dieser natürliche Alterungsprozess das Holz nicht ab und führt nicht zu Verwerfungen oder Rissen. Falls für Ihr Projekt bestimmte Farben wichtig sind – etwa intensive Brauntöne oder dramatische Schwarz-Effekte –, dann ist es sinnvoll, einmal jährlich UV-Schutzbeschichtungen aufzutragen. Diese speziellen Oberflächen dringen in die Holzmaserung ein und schützen vor Ausbleichen, ohne eine versiegelte Barriere zu bilden. Möchten Sie den Prozess etwas beschleunigen und schneller zum gealterten Erscheinungsbild gelangen? Es gibt durchaus Möglichkeiten, dies zu erreichen, doch diese Details behalte ich mir für ein anderes Gespräch vor.
- Gezielte Wasserdampfbefeuchtung zur Förderung der Oberflächenoxidation
- Strategische Ausrichtung der Paneele für maximale Sonneneinstrahlung
- Leichtes Bürsten, um die Maserung zu öffnen und die UV-Wechselwirkung zu erhöhen
Diese Methoden nutzen die inhärente Stabilität des Materials, sodass sich die ästhetische Entwicklung genau mit der Designintention deckt – bei gleichzeitig minimalem Wartungsaufwand über Jahrzehnte hinweg.


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